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Informationen für Sie auf 3.200 Seiten - neuster Beitrag: 29.11.2022
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Abmahnung wegen Bild oder Foto möglich/berechtigt? Wie die Urheberschaft an Bildern und Fotos nachgewiesen werden kann

Wenn Bilder oder Fotos unerlaubt genutzt werden, kann eine urheberrechtliche Abmahnung ausgesprochen werden. Sowohl für den Fall, dass der Urheber oder der ausschließliche Lizenznehmer gegen eine unberechtigte Verwendung seiner Bilder, häufig im Internet, vorgehen will, wie aber auch bei der Frage, ob eine Abmahnung berechtigt ist, kommt es auf die Nachweisbarkeit der Urheberschaft an.

Wenn die Urhebereigenschaft bestritten wird, ist es Aufgabe des Abmahners, hierzu weitere Nachweise vorzulegen. Spätestens, wenn urheberrechtliche Ansprüche (z. B. Unterlassung und Schadenersatz) gerichtlich durchgesetzt werden, gilt es im Klageverfahren konkrete Beweise vorzulegen, wer tatsächlich Urheber ist, d. h. das urheberrechtlich geschützte Werk bzw. das Bild aufgenommen hat. In bestimmten Konstellationen kann ferner bereits bei einer urheberrechtlichen Abmahnung die Verpflichtung des Abmahners bestehen, hierzu weiter vorzutragen.

Wie kann die Urheberschaft an Bildern und Fotos nachgewiesen werden?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Urheberschaft an Bildern und Fotos gerichtsfest nachzuweisen.

Der Copyright-Vermerk

Der Copyright-Vermerk ( © ) spielte im angelsächsischen Rechtskreis, d. h. in Großbritannien und in den USA eine Rolle. Das ( © ) zeigte an, dass ein Werk bei dem Copyright-Register angemeldet und hinterlegt worden ist. Bis 1989 war dies in den USA noch die Voraussetzung für einen urheberrechtlichen Schutz.

§ 10 Urheberrechtsgesetz regelt, dass die Urheberschaft vermutet wird, wenn auf dem Vervielfältigungsstück eines erschienenen Werkes der Urheber bezeichnet wird. Die Vermutung spricht dann dafür, dass derjenige, der im Copyright-Vermerk benannt ist, auch der Urheber ist, und zwar bis zum Beweis des Gegenteils (so LG Frankfurt/Main Az.: 2-06 O 247/07).

Häufig werden Bilddateien abgespeichert. Hier kann eine Urheberangabe in einer Textdatei auf demselben Datenträger kann ebenfalls ein Nachweis sein. Da Metadaten eines digitalen Bildes (Exif) leicht geändert werden können, sind diese Informationen zur Nachweis der Urheberschaft nicht geeignet.

Der sicherste Weg: Vorlage der Original-Bilddatei

Ein Bild oder Foto, dass im Internet verwendet wird, ist häufig vor der Veröffentlichung bearbeitet worden. Es gibt in der Regel eine Original-Datei, die mit einer Kamera gemacht wurde. Diese Original-Datei ist in der Regel sehr viel hochauflösender und enthält häufig Bildteile, die später wegretuschiert werden. Zum Problem für den Urheber kann es somit werden, wenn er das Original-Kamerabild ohne weitere Bearbeitung im Internet veröffentlicht hat oder an Dritte weitergegeben hat.

Wer war bei der Aufnahme dabei – Zeugen?

Falls bei den Aufnahmen der Bilder Zeugen dabei waren, können diese dafür benannt werden, dass ein bestimmter Fotograf die Bilder tatsächlich gemacht hat.

Die Bilderserie

In Zeiten der Digital-Fotografie bleibt es meist nicht bei einem Bild, z. B. von einem Produkt. Häufig werden viele Bilder gemacht oder Bildserien. Ein anderes Bild aus der Serie ist ggf. nicht identisch, kann jedoch im Zusammenhang mit dem urheberrechtsverletzend genutzten Foto den Nachweis erbringen, dass der Fotograf, das Bild auch tatsächlich gemacht hat.

Das beste Beweismittel: Die Original-Datei

Das beste Beweismittel für den Nachweis einer Urheberschaft ist immer noch eine Original-Datei aus der Kamera oder ein Ausdruck mit einer höheren Auflösung als die Datei auf der Internetseite.

Häufig sind es auch Kleinigkeiten, die auf eine Urheberschaft hinweisen, wie z. B. Schatten, Druckstellen an Produkten, Lichtreflexe oder individuelle Informationen auf dem Produkt.

Wir beraten oder vertreten Sie bei einer urheberrechtlichen Abmahnung, sei es, dass Sie abgemahnt wurden wegen einer Urheberrechtsverletzung oder sei es, weil Ihre Bilder rechtswidrig verwendet wurden.

Stand: 29.12.2021

Es berät Sie: Rechtsanwältin Elisabeth Vogt