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Informationen für Sie auf 3.153 Seiten - neuster Beitrag: 14.06.2022
Neuster Beitrag: 14.06.2022 Impressum

Was tun, wenn die ASIN bei Amazon gesperrt wurde?

Es ist der Horror für jeden Amazon-Händler mit einer eigenen ASIN:

Eine E-Mail von Amazon mit dem Betreff „Maßnahmen erforderlich: Ihr Angebot auf Amazon wurde entfernt“

In einer E-Mail mit diesem Betreff teilte Amazon dem Händler mit, dass einige seiner Angebote entfernt wurden, da es Käuferbeschwerden über die Echtheit eines Artikels gab.

Die Sperrung einer ASIN geht schnell: Eine entsprechende Käuferinformation im A-Z Garantieantrag oder eine Angabe im Rahmen eines Rücksendeantrages zum Rücksendegrund oder ein Kundenkommentar kann bereits zur Folge haben, dass die ASIN gesperrt wird. Nach unserem Eindruck wertet Amazon diese Kundeninformationen automatisch aus. Genauso automatisch gibt es dann mutmaßlich auch eine Sperrung der ASIN.

Amazon teilt dem Verkäufer mit, dass Beschwerden bezüglich gefälschter Produkte sehr ernst genommen werden und dass der Verkauf gefälschter Produkte bei Amazon strengstens untersagt ist.

Oftmals schwierig: neue Aktivierung der Angebote

Amazon fordert konkrete Informationen an, um die Angebote wieder zu aktivieren.

Hierzu teilt Amazon mit:

„Wie kann ich meine Angebote wieder aktivieren?

Um Ihre Angebote wieder zu aktivieren, legen Sie bitte innerhalb der letzten 365 Tage ausgestellte Rechnungskopien oder Quittungen Ihres Lieferanten für die am Ende dieser E-Mail aufgeführten ASINs vor.

Aus diesen Dokumenten sollte Ihr Verkaufsvolumen in den letzten 365 Tagen hervorgehen.

Geben Sie die Kontaktdaten Ihres Lieferanten an, einschließlich Name, Telefonnummer, Adresse und Website. Eventuell kontaktieren wir Ihren Lieferanten, um die Unterlagen zu verifizieren. Selbstverständlich werden wir diese Daten vertraulich behandeln.

Sie können die Preise entfernen, aber der Rest des Dokuments muss sichtbar sein. Sie können die zu prüfenden ASIN(s) kennzeichnen oder einkreisen, um die Überprüfung zu beschleunigen.“

Wenn die angeforderten Informationen nicht eingesendet werden, bleiben die Angebote nach der Mitteilung von Amazon weiterhin deaktiviert. Bei weiteren Beschwerden behält sich Amazon zudem vor, das Amazon-Verkäuferkonto zu deaktivieren.

Falls der Entscheidung von Amazon hinsichtlich der Deaktivierung der ASINs innerhalb von 90 Tagen widersprochen wird, kann der gesamte „Versand durch Amazon“ (FBA-Bestand) für die Artikel, die Beschwerden bezüglich ihrer Echtheit verursacht haben, auf Kosten des Händlers vernichtet werden.

Problem Geschäftsgeheimnisse

Es halten sich hartnäckig Gerüchte, dass Amazon mit unterschiedlichen Mitteln versucht, an Lieferantendaten zu kommen, um die Produkte dann selbst zu verkaufen. Um eine Freigabe der ASIN zu erreichen, fordert Amazon jedoch die Kontaktdaten des Lieferanten an, sowie Rechnungskopien.

Inwieweit die Befürchtung, dass Amazon diese Daten illegal nutzen würde, um das gesperrte Produkt selbst zu verkaufen tatsächlich berechtigt sind, können wir nicht beurteilen. Tatsache ist jedenfalls, dass dem Seller bei Amazon nichts anderes übrigbleibt, als Amazon diese Informationen zu übersenden, wenn er eine Freigabe der ASIN erreichen möchte.

Wenn die an Amazon übersandten Dokumente nicht ausreichen

Es kann passieren, dass der Verkäufer-Service zur Übersendung der Dokumente mitteilt, dass die Informationen nicht ausreichend seien, um die Angebote wieder zu aktivieren.

Konkrete Informationen gibt in diesem Zusammenhang von Amazon nicht

Vielmehr heißt es häufig lediglich

„Sie haben uns die angeforderten Informationen nicht ausreichend zur Verfügung gestellt. Wir haben diese Informationen angefordert, um Beschwerden zu beheben, die wir bezüglich der Echtheit Ihrer Artikel erhalten haben. Aus Gründen des Datenschutzes geben wir keine Auskunft über unsere Prüfungsmethoden.“

Bei einer Beschwerde „counter complaint“ bleibt die ASIN dann gesperrt.

Was tun?

Wenn eine ASIN von Ihnen wegen einer Kundenbeschwerde oder aus sonstigen Gründen wegen angeblich fehlender Echtheit gesperrt wurde, können wir Sie gern gegenüber Amazon unterstützen.

Wir klären mit Ihnen, ob es tatsächlich Zweifel an der Echtheit des Artikels gibt. Zum Teil sind es Sachverhalte, die etwas komplexer sind und bei denen es mit einer Übersendung der Lieferanteninformationen und der Einkaufsrechnung nicht getan ist. Vielmehr kann es auch darum gehen, Amazon zu erläutern, weshalb die Artikel auf jeden Fall echt sind.

Diese Aspekte können wir dann für Sie gegenüber Amazon kommunizieren.

Wir beraten Sie bei einer Sperrung Ihrer ASIN bei Amazon.

Rufen Sie uns einfach an, wenn Sie von einer Sperrung einer ASIN bei Amazon betroffen sind.

Stand: 12.01.2022

Es berät Sie: Rechtsanwalt Johannes Richard